Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Jarina
» 03.Mai 2016 um 13:57Uhr «
Hallo Mehi!
Ich kann dich so gut verstehen, hatte auch zwei Notkaiserschnitte nachdem ich es beide male spontan versucht habe. Auch ich habe es bis heute nicht komplett verarbeitet...aber ich finde, es hilft sehr, dass man weiß, dass man nicht alleine so empfindet. Hier in diesem Forum gibt es sehr viele mit ähnlichen Erfahrungen und Empfindungen. Die Männer können das meist wirklich nicht nachvollziehen, was es für uns Mütter bedeutet hat einen Kaiserschnitt zu bekommen. Aber denk immer dran, du hast es versucht und dein bestes gegeben. Und deine Kinder sind gesund zur Welt gekommen. Habe letztens von einer Spontangeburt gehört, wo das Baby dann während der Presswehen unterversorgt war und nach der Geburt direkt mitgenommen wurde von einem panischen Arzt auf die Intensivstation gebracht, da hatte die Mutter dann gar nichts gehabt von ihrem Baby außer Angst...das Kind musste mehrere Wochen auf der Intensivstation bleiben. Ich weiß nicht, ob dir das hilft, aber so bin ich dann doch froh, dass ich zusammen mit meinem Baby aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte. Ich wünsche dir viel Kraft und dass du deine Erlebnisse gut verarbeiten kannst irgendwann! Ganz liebe Grüße! Du bist nicht allein!
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Jarina,
herzlichen Dank fürs Mitfühlen und Teilen. Alles Gute auch für Sie!
Mehi
» 01.Mai 2016 um 20:07Uhr «
wenn es nicht mehr geht. Ich wollte auf keinen Fall wieder eine Vollnarkose.
Dann gegen 16:00 Uhr platzte die Fruchtblase und am Gesichtsausdruck der Hebamme sah ich, dass auch diesmal wieder das Fruchtwasser grün ist. Sie hat mir im Nachhinein gesagt, dass ich ab dem Moment panisch wurde. Angst hatte, dass es wohl ähnlich wie bei meinem Sohn läuft.
Ab halb fünf hab ich nur noch geschrien, den Kaiserschnitt verlangt. Ich konnte nicht mehr. ich lag über einen Tag in diesen Wehen und doch frage ich mich heute, was wäre wenn... Wenn ich stärker gewesen wäre, wenn ich weiter gekämpft hätte...
Unter Presswehen wurde ich auf die Bahre "gefesselt". Mit gestreckten Beinen. Ich konnte die Wehen nicht mehr veratmen. Ab dem Zeitpunkt, als die Fruchtblase platzte, wurde die PDA runtergedreht und der Wehentropf angehängt. Die PDA wurde dann alle 5 Minuten wieder hoch gedreht, als es zum OP ging. Ich konnte nur noch weinen.
Es war irgendwie trotzdem keine Erleichterung, dass es diesmal nicht unter Vollnarkose war... Ich fühle mich trotzdem schlecht. Kann nur negatives mit dem Tag verbinden und das macht mich fertig. Es ist der Geburtstag meiner Tochter. Ich sollte froh sein und mich einfach freuen, dass sie gesund ist.
Die OP-Ärztin kam später zu mir und sagte, die kleine wäre nicht durch mein Becken gekommen. Es wäre zu eng. Meine Hebamme meinte, vielleicht, wenn man noch weiter probiert hätte... Ich habe den Geburtsbericht am Freitag bekommen und da steht nichts davon, das es spontan nicht möglich ist. Ich hatte mir so erhofft, dass ich das schriftlich habe... Seit Tagen denke ich: Heute vor einem Jahr war dies und jenes. Heute ist es natürlich sehr schlimm und morgen wird es wohl noch schlimmer. Warum kann ich nicht das Positive sehen? Ich liebe meine Kinder über alles und natürlich bin ich froh, dass sie gesund sind!!! Aber wieso kann ich es nicht verarbeiten?
Nach dem Kaiserschnitt verlor ich sehr viel Blut. Durch die PDA hatte ich ja noch kein Gefühl in den Beinen, weshalb ich nicht merkte, dass das Blut nur so rauslief. Mir wurde auf einmal heiß und extrem übel. ein paar Augenblicke später schrie ich um Hilfe, weil es mir so schlecht ging. Ich erbrach Wasser und Galle und dann weiß ich nichts mehr. Mein Blutdruck war sehr niedrig und das Op-Team kam und legte mir verschiedene Infusionen. Meine Gebärmutter war wohl zu erschöpft und schaffte es nicht mehr, sich zusammenzuziehen. Daher musste ich länger als normal im Krankenhaus bleiben.Ich habe wohl sehr wirr geschrieben, aber vielleicht hilft mir der Austausch hier. Fühle mich bisher einfach nicht verstanden. Leider konnte ich noch nicht mal mit meinem Mann sprechen. Wollte es die Woche, aber irgendwie versteht er mich überhaupt nicht. Ich dachte, er könnte mir erzählen, wie er die Situationen empfunden hab, weil ich nicht weiß, ob ich mich inzwischen reinsteigere.
Vielen Dank fürs Lesen
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Mehi,
vielen Dank für Ihren Bericht. Der Geburtstag Ihrer Tochter lässt die Erinnerungen in Ihnen wieder aufleben. Neben der Liebe, die Sie für Ihre Kinder empfinden, ist die Verzweiflung von damals förmlich hörbar. Sie machen sich Vorwürfe, weil Sie sich nicht freuen können. Es ist die kleine Mehi in Ihnen, die so viel Heftiges erlebt und in Ihrer Panik um Ihr Leben geschrien hat. Das kleine Mädchen in Ihnen kann das Alles nicht vergessen und im Handumdrehen zur Tagesordnung übergehen, auch wenn der Verstand oder das Umfeld es manchmal so erwarten. Intuitiv spüre ich, dass die kleine Mehi bei der Verarbeitung an Bord geholt werden möchte. Es braucht einen Raum, in dem das Mädchen alles Entsetzliche herausschreien und weinen, in dem alles sein darf. Und eine fürsorgliche Kraft, die sie hält, bedingungslos annimmt und würdigt. Wenn Sie die liebende, mütterliche Energie nach innen richten und der kleinen Mehi diese Aufmerksamkeit schenken, werden Sie die Geburtserfahrungen mit der Zeit besser integrieren können. Vielleicht mögen Sie in der Beratungsliste nach einer passenden Unterstützung bei Ihnen vor Ort schauen. Ich wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem Weg!
Mehi
» 01.Mai 2016 um 19:51Uhr «
Hallo,
ich lese schon eine Weile mit und wollte jetzt doch auch mal meine Geschichte erzählen...
Ich habe einen Sohn, 3Jahre und eine Tochter,die morgen ein JAhr wird.
Mein Sohn kam vor 3 Jahren per Notkaiserschnitt zur Welt. Es war 5 Tage nach Termin, als endlich die Wehen einsetzten. Allerdings wollte der Muttermund sich nicht öffnen. Ich war extrem verkrampft. Als ich die PDA bekam, half das wohl so weit, dass der Muttermund sehr schnell komplett war. Kurz darauf platzte während einer Untersuchung die Fruchtblase und das Fruchtwasser war grün. Ab hier gab uns die Hebamme nur noch 2 Stunden, da der Kleine wohl schon unter stress stand. Er rutscht leider nicht komplett ins Becken, drehte sich sogar noch zum Sternengucker und nach 1 Stunde Presswehen sackten die Herztöne ab. Jetzt musste es schnell gehen. Vollnarkose, Kaiserschnitt. Ab dem Punkt fühlte ich mich schon als Versager. Ich durfte den ersten Schrei von ihm nicht hören und auch das Bonding konnte ich erst nicht machen. Nach ca einer Stunde kam ich zu mir und der Kleine lag auf der Brust meines Mannes. Ich bekam ihn sofort und er suchte direkt nach der Brust. Gott sei Dank. Ich wünschte mir doch immer, dass es mit dem Stillen klappt. Er war ein Naturtalent. Ich hatte sehr lange Probleme mit diesen Versagensängsten, war traurig, es nicht geschafft zu haben. Zum wahrscheinlich ersten Mal in meinem Leben ging ich wirklich positiv in eine Situation und wurde dann so enttäuscht.
Während der gesamten 2. Schwangerschaft hatte ich Angst vor der Geburt. Ich hatte viele Gespräche mit meiner Hebamme, mit einer Ärztin im Krankenhaus, die mir offen lies, ob ich es nochmla spontan versuchen möchte. Sie gab mir eine Chance von 40%, dass es spontan klappt. So sei die Statistik bei Geburtsstillstand. Ich sagte, ich probiere es. Die Kleine soll angeben, wann sie kommen möchte. Leider wollte sie garnicht... Am 10.Tag nach Termin wurde ich mit einem Wehencocktail eingeleitet. Genau letztes JAhr am 1. Mai. Und es brauchte wirklich nur diesen kleinen Anstupser. Die Wehen setzten 2 Stunden später ein. Am Abend kamen sie alle 4-5 Minuten, aber es tat sich wieder kaum was am Muttermund. Ich ging alle 2 Stunden zum CT und zur Untersuchung, bis sie mich nachts um 3 aufs Zimmer schickten zum schlafen. Ich war so erschöpft, dass ich tatsächlich zwischen jeder Wehe einschlief. Mein Mann durfte nicht bleiben, da ich kein Einzelzimmer hatte. Er ging ins Auto und schlief etwas. Um 6 bin ich wieder in den Kreißsaal. Die Wehen waren stärker, aber der Abstand wieder länger. so zog es sich bis zum Mittag. Da war der Muttermund dann auf 6 cm und ich verlangte einen PDA. Auch diesmla ging es danach wieder schnell mit der Öffnung des Muttermundes und zur Spätschicht kam auch "meine" Hebamme wieder. Mit ihr hatte ich vorher beschlossen, dass es nicht bis zum letzten probiert wird, dass auf mich eingegangen wird und dass ich entscheide,
Sarah
» 21.April 2016 um 12:32Uhr «
@ Ulrike:
mir haben folgende Bücher gut geholfen:
"Emotionale Narben aus Schwangerschaft und Geburt auflösen: Mutter-Kind -Bindungen heilen oder unterstützen-in jedem Alter " von Brigitte Meissner
und
"Geburt- ein schwerer Anfang leichter gemacht" auch von Brigitte Meissner
Vielleicht ist das ja was für dich/euch? Kriegst beide Bücher auf Amazon
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
es gibt noch Themen aus Ihrer Geburt, die heilen wollen. Das „nicht-richtig-sein“, das „nicht-richtig-angekommen-sein“. Diesen Lebensthemen Raum zu geben, ist schon der wesentliche Schritt zur Heilung. Bei Franz Renggli werden Sie in guten, erfahrenen Händen sein, da bin ich mir sicher! Einen Herzensgruß von Mutter zu Mutter…
Sarah
» 21.April 2016 um 12:26Uhr «
@ Ulrike:
ich kann dich so gut verstehen, bei mir und meinem Sohn war es zwar Liebe auf den ersten Blick, aber danach ging es so rund dass ich ihn auch oft nicht mehr ausgehalten habe und mein Mann vieles machen musste. Ich konnte diese dauernde Nähe, tags wie nachts, nicht mehr ertragen. Ich freue mich sehr für dich, dass deine 2. Geburt ein gutes Erlebnis für dich war!! Ich denke, die ersten Kinder sind oft auch die "Versuchskaninchen" beim zweiten weiß man es besser. Aber du hast auch um dein 1. Kind toll gekämpft und alles gegeben, dass ist eine Riesenleistung!!!!
Sarah
» 21.April 2016 um 12:19Uhr «
@ Tanzender Stern:
Danke für deine Offenheit. Mein Sohn und ich haben mittlerweile eine super feste Bindung, er ist absolutes Mamakind. Am Anfang war er sehr auf meinen Mann fixiert, mein Mann hat mir anfangs viel abgenommen, weil ich einfach noch nicht konnte. Manchmal quält es mich sehr, dass ich anfangs nicht in der Lage war, meinen Sohn so anzunehmen wie er ist- fordernd und schreiend. War selber noch so in meinem Schmerz verstrickt. Seitdem ich "aufgewacht" bin, geb ich alles für ihn, nicht von heute auf morgen das ging nicht, aber so dass wir mittlerweile eine tolle Beziehung und Bindung haben. Und trotzdem kommt immer wieder diese Angst in mir, ich könnte in ihm was zerbrochen haben. Ich selbst war auch ein Notkaiserschnitt, und hatte immer das Gefühl ich bin für meine Eltern nicht "richtig". Im Mai haben wir einen Termin bei Franz Renggli in Basel, steht hier auch bei der Linkempfehlung dabei. Er behandelt Babys nach traumatischen Geburten, ich hoffe sehr dass es was bringt. Sorry wenn ich jetzt so rausgeplatzt bin, mit meinem Mann kann ich nicht mehr darüber reden, obwohl er sonst toll und verständnisvoll ist. Er kann nicht verstehen, warum mich das alles noch so beschäftigt.
Ulrike
» 21.April 2016 um 11:11Uhr «
mir beschert wurde.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Ulrike,
herzlichen Glückwunsch zur Geburt Ihres Sohnes! Und wie schön, dass Sie dieses Mal eine für Sie stimmige Geburt erleben durften. Ihre Schuldgefühle kann ich sehr gut nachfühlen. Ihr Mutterherz erträgt die Vorstellung nicht, dass ihre Kinder Leid erfahren müssen. Sie hätten ihrer Tochter so gerne von Anfang an diese tiefe Mutterliebe gezeigt. In der damaligen Situation war es Ihnen so nicht möglich. Die Beziehungen, die wir als Eltern zu unseren Kindern haben, sind jede für sich einzigartig. Auch wenn Ihr Mann und Ihre Tochter aus Ihrer Sicht eine sehr innige Bindung haben, ist die Verbindung zu Ihnen als Mutter mindestens genauso besonders. Sie sind das Haus, in dem ihre Tochter groß geworden ist, Sie sind das Tor, durch das ihre Tochter das Licht der Welt erblickt hat. Man kann viel nachholen, nachlernen, nacherleben. Im zarten Dialog der Herzen, in den Gesten… Das darf sich entwickeln und reifen. Mit Unterstützung von erfahrenen Therapeuten geht es sehr gut, da lassen sich auch die Schuldgefühle auflösen. Genießen Sie die Freude mit Ihren Kindern!
Ulrike
» 21.April 2016 um 11:07Uhr «
Ich hatte vor einiger Zeit über meine Not-Sectio aufgrund der vorzeitigen Plazentalösung und Myom Anfang 2012 berichtet und dass im Februar diesen Jahres Baby Nr. 2 erwartet werden würde.

Ich darf nun überglücklich verkünden, dass am 8.2. mein Goldschatz zur Welt gekommen ist. Es war auch diesmal ein Kaiserschnitt, aber geplant. Es war für mich eine Traumgeburt, seinen ersten Schrei zu hören, mein Mann war auch mit im OP (hat auch den ersten Schrei auf seinem Handy). Ich konnte meinen Sohn gleich sehen, er wurde mir auch nochmal in den OP gebracht, damit ich ihn bestaunen durfte.
Das Schlimmste an der OP an sich war für mich das Legen des Katheters. Das hat eine gefühlte Ewigkeit für mich gedauert, bis ich mich an das Teil gewöhnt hatte (lag vermutlich doch nicht so optimal).

Sehr traurig macht mich die Tatsache, dass ich für mein erstes Kind nie sooo tiefe Gefühle hatte wie jetzt bei meinem Sohn. Ich liebe dieses kleine Wesen abgöttisch und hätte so gern die gleiche Liebe für meine Tochter damals gehabt. Ich dachte, ich wäre zu so einer tiefen Mutterliebe, wie es immer berichtet wird, nicht fähig. Jetzt weiß ich, dass ich es doch bin.
Meine Tochter und ich verstehen uns toll, nur ist sie auch von Anfang an Papakind gewesen und wird es auch immer bleiben. Er hat sie übernommen, als ich noch in Narkose lag und weiter operiert wurde. Ich habe ihre ersten Stunden im Leben verschlafen. Mir wurde damals ein völlig fremdes Kind in den Arm gelegt :,-(

Ich hab sie auch so unendlich lieb gewonnen, wir machen viel zusammen. Die erste Zeit nach der Sectio war auch sehr schwierig für mich. Mein Mann war auch die Nächte über bei mir, hat sich um die Kleine gekümmert (ich konnte ja nicht) und ich war ganz froh drüber.
Dann Zuhause kümmerte ich mich um sie, war aber dennoch sehr froh, wenn Papa von der Arbeit heimgekommen ist. Die abendlichen Schreiattacken hab ich nicht lange ertragen können, da hat auch Papa übernommen, wenn es mir nach einer Zeit zu viel wurde.

Nun habe ich erstaunlicherweise einen viel längeren Atem. Natürlich ist es auch sehr anstrengend manchmal, wenn nur gebrüllt wird, aber ich kann meinen Sohn stundenlang im Arm halten und wiegen und ihm meine Ruhe übertragen. Hier war Papa mit der Großen daheim über Nacht, ich hab mich von Anfang an um meinen Sohn gekümmert, auch in der Nacht

Ist es nicht einfach nur schlimm, was so ein Erlebnis ausmachen kann? Gibt es irgendeine Möglichkeit für mich und meine Tochter das Ganze irgendwie aufzuarbeiten?

Ich war übrigens eine Woche vor Termin stationär im KH aus Angst. Es war auch eine ziemliche Nervenprobe, die letzten Tage vor Sectio waren schlimm für mich.
Die OP an sich war nicht sooo berauschend, alles ist vernarbt, hatte auch wieder großen Blutverlust, ein Endometrioseherd wurde dabei noch entfernt.
Die OÄin riet mir vor einer erneuten Schwangerschaft auch ab.

Ich bin unendlich froh und glücklich über meine kleine, komplette Familie und über das wundervolle Erlebnis, das
Tanzender Stern
» 21.April 2016 um 10:16Uhr «
Teils, teils.
Zum Einen wollte ich unbedingt ein Kind, nachdem ich bestimmt ein zwei Jahre nur dachte: Nee, im Moment nicht (obwohl ich ganz früher immer mindestens drei Kinder wollte . Und zum Anderen war ich auch einfach älter und ja schon 6 Jahre ins Land gegangen...
Die erste Zeit nach Geburt 1 habe ich IMMER geweint, wenn ich Filme mit Geburten sah, habe sogar Freundinnen umihre "schönen" Spontangeburten beneidet. (Ich glaube, das können auch nur andere KS-Mamas verstehen).
Aber nach einigen Jahren (so zwei?) hörte das Weinen auf und ich habe eher sowas gesehen mit dem Blick: Ach wie schön, das es auch so geht. Und irgendwann habe ich mich wieder nach einem Baby gesehnt, dieser Wunsch war dann größer als die Angst.
Und als ich schwanger war, kam oft Angst hoch, auch Erinnerungen, die ich vielleicht verdrängt hatte. Ich habe aber versucht, Angstmacher von mir fernzuhalten, denn: Selbst wenn sie Recht gehabt hätten (zB Rupturrisiko), hätte mir das doch im Nachhinein auch nichts geholfen.
Tatsächlich habe ich versucht, mich auf mein Gefühl zu verlassen, das hat mir eine große Verbundenheit zum Kind geschenkt, die mir wiederum auch Mut gemacht hat. Ich dachte immer: Sie ist so stark, zusammen kriegen wir das schon hin.
Und ich habe im Vorhinein alles für eine Spontangeburt getan, aber mic darauf nicht versteift. Ich wollte aber ein Atmosphäre während der Geburt, die es nicht so schlimm machen würde, wenn es doch zum KS käme. Und tatsächlich war es ganz zum Schluss so, dass ich dachte: Ich kann nicht mehr, macht was ihr wollt. Die Stunden davor waren auch wichtig, sie waren so einfühlsam begleitet worden.
Und ich hatte erfahren, dass ich aushalten kann.
Kurz vor der Entbindung (habe meine Tochter übertragen), wurde es auch noch mal brenzlig, weil plötzlich Einleitung etc im Raum standen, aber auch da habe ich abgewogen und mich für mein Gefühl entschieden und abgewartet. Das war auch wichtig, dass ich danach hätte sagen können, dass ich nach meinem Gefühl handeln konnte - weitesgehend.
@sarah: mein Sohn musste auch ständig getragen werden.
Wurde besser. Versuch dennoch, die Zeit zu genießen...gucke heute oft Bilder an und denke dann: Ach man, ich habe soviel verpasst, weil ich doch oft traurig und nachdenklich war. Aber sei auch wütend und traurig, wenn dus so fühlst. Lass dir nur davon nicht die schöne Zeit nehmen. Nach einem KS ist es einfach beides!!
Kommentar von Flavie Singirankabo: Liebe(r) Tanzender Stern,
vielen Dank für Ihre ermutigenden Worte und den offenen Erfahrungsaustausch!
Sarah
» 21.April 2016 um 09:55Uhr «
@ Tanzender Stern:
Danke für deine ermutigenden Worte, es ist schön zu hören dass es beim zweiten Kind doch ganz anders laufen kann. Hab im Näheren Umfeld leider nur Mamas, deren 2. Geburt dann auch per sectio war ( die 1. Geburt auch). Vielleicht wagen wir es irgendwann.... Aber bis dahin muss noch viel Wasser den Rhein hinab! Wie hast du die zweite Schwangerschaft erlebt wenn ich dich fragen darf? War das emotional nicht sehr aufwühlend?
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Sarah,
lassen Sie sich ruhig Zeit bei der Verarbeitung. Nach einem traumatischen Erlebnis ist es normal, dass man Zeit braucht, damit die Wunden heilen können. Das geschieht in einem ganz eigenen Tempo und kann nicht beschleunigt oder erzwungen werden. Hören Sie weiter auf Ihr Bauchgefühl und der Rest wird von alleine fließen… Das wünsche ich Ihnen!
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