Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Julia
» Gestern, 10:22Uhr «
Hallo ihr Lieben,

mein Sohn ist fast 2 Jahre alt. Inzwischen bin ich erneut schwanger und so langsam drängt sich der Gedanke auf, dass ich mich mit der zweiten Geburt auseinandersetzen sollte, was mir aber sehr schwer fällt und mir Angst macht.
Ich bin vom Typ eigentlich immer sehr positiv und optimistisch. Leider hat mich das erste Geburtserlebnis so fertig gemacht, dass ich nun richtig Angst vor der zweiten Geburt habe. Trotzdem möchte ich eine spontan Geburt wagen - auch wenn ich nicht weiß, wie es mir mit einem zweiten Not-Kaiserschnitt gehen wird.
Meine erste Schwangerschaft verlief absolut problemlos und ich habe bis zum Mutterschutz voll und gerne gearbeitet. Jetzt ist das anders. Die Gedanken, die kommen, belasten mich sehr, auch wenn ich versuche sie beiseite zu schieben.
Meine erste Geburt war - und damit hatte ich nie im Leben gerechnet: der Horror. Ich kam mir vor wie ein Stück Fleisch im Schlachthaus. Die Ärzte waren so abgebrüht routiniert und das obwohl mein Sohn nach dem Kaiserschnitt auf Apgar 1 (!) (später 4, dann 9) eingestuft wurde und auf der Intensivstation versorgt werden musste. Ich kann mich noch an diese wahnsinnige Angst erinnern, dass mein Sohn tot ist, weil mir keiner im Aufwachraum sagen konnte, was mit ihm ist und ich erst zwei Stunden später (!) zu ihm gebracht wurde. (Da es ihm so schlecht ging, hatte er auch nach dem Eingriff nicht geschrien. Und ich habe nur aus dem Augenwinkel beobachtet, wie ihn die Hebamme leblos und blau raustrug). Eigentlich grenzt es immer noch an ein Wunder, dass er heute kerngesund ist und ich weiß, dass ich dieser "Technik" dankbar sein sollte, weil er sonst vielleicht nicht überlebt hätte oder nur mit Beeinträchtigungen. Aber diese Angst und das Gefühl versagt zu haben, betäuben jedes Gefühl der Dankbarkeit.
Ich bin so froh, dass ich diesmal eine Beleghebamme habe und hoffe sehr, dass sie mich und meinen Freund (der sich auch total allein gelassen gefühlt hat!) seelisch unterstützen kann.
Vielleicht bräuchte ich auch therapeutische Unterstützung, aber ich finde es wahnsinnig schwer das alles (Beruf, Familie, Schwangerschaft,...) unter einen Hut zu bekommen.

Ich wünsche euch allen, dass ihr viel Unterstützung und Verständnis von eurem Umfeld erfahrt ... ich bin gerade dabei zu lernen dies mehr einzufordern ... nicht ganz leicht, ich weiß ...

alles Gute! J.
Claudia
» Gestern, 02:08Uhr «
Hallo Melli,

ich fühle absolut mit dir! Mir ging und geht es ganz genauso. Mein Kaiserschnitt ist jetzt knapp 17 Monate her und auch bei mir werden die Gedanken, die du beschreibst, immer mächtiger. Als ich deinen Bericht gelesen habe, musste ich weinen, weil er meiner eigenen Geschichte so ähnlich ist. Es ist unfassbar, was in Geburtskliniken mit uns Frauen gemacht wird! Es ist, als würden wir gezwungen unsere Menschenwürde und unser Selbstbestimmungsrecht an der Kliniktür abzugeben. Da muss sich etwas ändern! Hättest du evtl. Interesse an einem persönlichen, zumindest telefonischen Austausch?
Melli
» 20.Juni 2016 um 12:27Uhr «
Teil 2:
Also fragte ich nochmal, ob ich eine pda bekommen könnte. Antwort : Nein das geht noch nicht. Mir wurde einfach alles verwehrt. Inzwischen hatte ich so starke Wehen und Schmerzen, dass ich innerlich dachte, sollen die doch einfach den Kaiserschnitt machen. Ich konnte nicht mehr. Inzwischen hasse ich mich dafür, diesen Gedanken gehabt zu haben. Denn nach insgesamt 15 Stunden Wehen war es soweit und die Oberärztin riet mir zu einem Kaiserschnitt. Da sich der Muttermund nicht weiter öffnete und die Herztöne die ganze Zeit nicht gut waren. Es war kein Notkaiserschnitt. Die Zeit den Kaiserschnitt mit pda durchführen war noch da. Ich stimmte einfach zu. Ich hatte Angst um mein Baby und ich konnte auch nicht mehr. Der Kaiseschnitt wurde durchgeführt und unser Sohn kam zur Welt. Er wurde mir nur einmal kurz gezeigt, dann hieß es. Ihr Mann und ihr Sohn gehen jetzt schon mal runter in den Kreißsaal - kuscheln. Sie werden jetzt noch zugenäht und dann werden sie auch wieder in den Kreißsaal gefahren. Als ich da so alleine lag und zugenäht wurde, fing ich erst an alles zu realisieren. Es dauerte eine Stunde bis ich endlich runter in den Kreißsaal gefahren wurde. Ich merkte schon die Folgen des Kaiserschnitts. Mir wurde das erste mal mein Sohn auf die Brust gelegt und ich konnte es nicht genießen. Ich konnte mich kaum bewegen. Mir tat alles weh. Ich will jetzt nicht noch weiter ausholen, aber unsere Anfangszeit gestaltete sich schwierig. Stillen. Kind anlegen. Selbst Windeln wechseln. Alles passierte unter starken Schmerzen. Damals empfand ich den Kaiserschnitt nur als Last. Ich war traurig, dass ich mich nicht so um mein Kind kümmern konnte, wie ich wollte. Aber heute. 18 Monate später gehen so viele Sachen in mir vor. Ich stelle mir Fragen. Wie wäre es in einem anderen Krankenhaus abgelaufen? War der Kaiserschnitt wirklich notwendig? Wurde ich dazu überredet (es ist ja schließlich auch ein Geschäft für die Krankenhäuser )? Was wäre gewesen, wenn ich rechtzeitig eine pda bekommen hätte? Hätte ich mich entspannt und der Muttermund hätte sich geöffnet? Hätten wir ohne Kaiserschnitt eine schönere Anfangszeit gehabt? Diese Fragen machen mich wahnsinnig. Dann kommt hinzu, dass ich es schwer ertragen kann, wenn Frauen im Bekanntenkreis spontan entbinden. Es tut mir weh zu sehen, wie fit diese Frauen sind. Wie gut sie sich um ihre Kinder kümmern können. Ich bin sauer auf mich, warum andere es schaffen spontan zu entbinden und ich es nicht geschafft habe. Dann kommt noch hinzu, was andere reden. "Du hattest ja keine Geburt". Was? Natürlich War das auch eine Geburt. Nur halt per Kaiserschnitt. Also ich bin froh ein gesundes Kind zu haben, aber ich merke das mich der Kaiseschnitt im Laufe der Zeit seelisch immer mehr belastet.
Meine Hoffnung ist, irgendwann noch mal eine spontane Geburt erleben zu können. Ich glaube das würde mir helfen.
LG
Melli
» 20.Juni 2016 um 12:04Uhr «
Hallo ihr Lieben,
ich würde auch gerne mal meine Geburtsgeschichte erzählen.
Und zwar ging es bei mir abends um 22 Uhr Zuhause los. Die Fruchtblase ist geplatzt. Wir sind also in das Krankenhaus gefahren, welches wir uns vorher bewusst ausgesucht haben. Dort angekommen war der erste Spruch "das ist schlecht wir haben alle 4 Kreissääle belegt". Da wurde mir schon ganz anders.
Na ja erstmal wurde ich dann untersucht. Ja es war tatsächlich Fruchtwasser. Muttermund war erst 1cm auf. Das Ctg zeigte nur eine geringe Wehentätigkeit auf. Es wurde entschieden, dass ich erstmal stationär aufgenommen werde. Es wurde mir gesagt, ich solle (falls sich in der Zwischenzeit nichts tut) am nächsten morgen um 10 uhr wieder in den Kreißsaal kommen, dann würde ich eine Einleitungstablette bekommen. Nun ja, ich bin also erstmal auf mein Zimmer gegangen. Mein Mann musste nachhause, da ich eine Mitpatientin auf meinem Zimmer hatte und es schließlich inzwischen Mitternacht war. Kaum war ich alleine, bekam ich auch schon heftige Wehen. Immer mal wieder im Abstand von 5 Minuten. Ich habe der Schwester bescheid gesagt, diese antworte nur, dass sie noch nicht wüsste ob inzwischen ein Kreißsaal frei wäre und das es mit Sicherheit noch nicht los geht. Die Art und Weise fand ich unhöflich und da dachte ich dann das erste Mal darüber nach, ob ich das Krankenhaus wirklich richtig ausgewählt habe. Ich fühlte mich nicht gut aufgehoben, aber was sollte ich jetzt noch machen. Schließlich wurden die Wehen immer stärker, sodass ich gegen 5 Uhr morgens runter in den Kreißsaal bin. Dort wurde nochmal ein CTG geschrieben. Mein Muttermund war unverändert. Nur 1 cm offen. Und mir wurde gesagt, dass mein Kind Stress hat. Die Herztöne sind nicht gut. Da wurde dann schon das erste mal erwähnt, dass es zu einem Kaiserschnitt kommen könnte. Ich habe dann meinen Mann angerufen. Er soll schon mal ins Krankenhaus kommen. Als mein Mann dann da war, war das Thema Kaiserschnitt plötzlich nicht mehr präsent. Jetzt ging es darum, dass mein Muttermund ja nur 1 cm offen ist. Ich solle doch jetzt schon mal die Einleitungstablette schlucken. Kaum war diese unten. Hatte ich auch schon einen absoluten Wehensturm. Keine Wehenpause mehr. Es war plötzlich sehr heftig. Ich habe das erste mal gefragt, ob ich eine pda bekommen könnte. Ich wurde ausgelacht. Es wäre viel zu früh. Der Mumu War doch erst 1 cm offen. Mir wurde erzählt, dass es so früh noch nicht möglich wäre eine pda zu geben (im Nachhinein weiß ich, dass dies so nicht richtig ist). Ich hatte Schmerzen und fühlte mich von der Hebamme im Kreißsaal absolut im Stich gelassen. Innerlich hab ich nur gedacht, wie gehen die hier eigentlich mit dir um. Aber ich sagte nichts. Es ging weiter. Mir wurde zwischenzeitlich wieder gesagt, dass die Herztöne meines Kindes wieder schlechter wären. Ich durfte nicht sitzen, nicht laufen, nicht in die Badewanne. Nur liegen. Im liegen waren die Wehen einfach nur unerträglich....
Sarah
» 02.Juni 2016 um 13:36Uhr «
Eine Freundin von mir hat heute ihr 2. Baby bekommen, auf normalem Wege wie das erste auch. Obwohl meine Geburt fast 8 Monate zurück liegt, ist es für mich schon noch schmerzhaft, dass zu hören. Muss echt aufpassen, dass ich mich nicht zurückzieh. Aber euch kann ich es ja sagen Ich denke es ist trotzdem wichtig dass wir uns vor Augen halten dass jede Geburt anders ist. Und auch wir haben eine Chance auf eine gute nächste Geburt. Dann wissen wir auch was wir wollen und was nicht. Für mich kommt nur noch Geburtshaus oder eine Beleghebamme infrage. Ich bin die Erstgeborene, meine Mama hatte auch einen Notkaiserschnitt mit mir inklusive Vollnarkose. Und mein Bruder und meine Schwester kamen danach spontan in schnellen und guten Geburten auf die Welt. Das gibts auch. Trotz allem werden mein Mann und ich uns mit dem nächsten Kind Zeit lassen.... Nicht nur die körperlichen, auch die seelischen Wunden müssen verheilen.
Sarah
» 02.Juni 2016 um 13:29Uhr «
Ich möchte hier allen Mut machen, die sich von ihren Männern missverstanden fühlen. Ich habe mich auch unverstanden von meinem Mann gefühlt, hab mich gar nicht mehr getraut mit ihm über die Geburt zu reden. Vor einigen Wochen kam nun raus, wie traumatisch die Geburt auch für meinen Mann war. Wie sehr er gelitten hat. Und er hat nicht mit mir drüber geredet, weil er mich nicht belasten wollte. Mittlerweile können wir gut drüber reden, hat auch nochmal viel Verständnis füreinander in unsre Ehe gebracht. Ich glaub, Männern fällt es einfach schwerer, über ihre Gefühle zu reden. Aber spurlos geht das auch nicht an ihnen vorbei.
Katharina
» 01.Juni 2016 um 21:57Uhr «
am 30.10.2015 wurdde mein Sohn naach 24 Stunden Wehen per Kaiserschnitt entbunden.
Er war nicht geplant und kam sehr überraschend für mich.
Man fühlt sich förmlich übergangen, ich wurde nicht nach meinemEinverständnis gefragt. Man kam sich förmich übergangen vor.
Ich hattee im Op panische Angst.
Mittlerweile weiß ich zwar das sich die Nabelschnur sich zwischen meinem Becken und seinem Kopf eingeklemmt war.
Aber trotzdem ist das auch nicht sehr tröstend für mich.
Ich finde das ich eine schöne erfahrung verpasst hab die vielleicht nicht mehr wieder kommt.
Es fehlt einem auch das Geburtserlebnis.
Ich habe Nachts albträume, ich finde die Geburt nimmt immer mehr Raum im Leben ein, sodass ich garnicht soviel von der Entwicklung des kleinen mitbekommen hab.
man fühlt sich vonn niemanden richtig verstanden.
Ich habe auch nicht richtig gestillt, weil es für mich eckelig war. obwohl der Junge mein ein und alles ist.
Mein Mann war mir auch keine große hilfe oder tröstend für mich, im gegenteil er hat mir noch mehr druck gemacht.
Silvia
Ort: Düsseldorf
» 28.Mai 2016 um 23:57Uhr «
Und wieso wurde eine Spinalanästhesie gemacht? Diese hatte ich nie unterschrieben. Sie hätten direkt eine vollnarkose machen müssen. Denn ich hatte Angst, weil ich gelesen habe, dass man dabei die Hirnhaut durchsticht. Daher hatte ich dann ja auch die Nebenwirkungen und konnte mich nicht um mein Kind kümmern. Ich habe so viel hass ehrlich gesagt. Jeden Tag aufs Neue denke ich über diesen Verlauf nach und auch jetzt, zehn Wochen nach der Geburt weine ich noch. Ich fühle mich so falsch behandelt. Wie ein Tier. Bin jetzt aufgeschnitten, spüre meine Bauchdecke nicht und frage mich, wie mein Kind da raus gekommen ist. Ich bin so unendlich traurig über diesen Verlauf. Nichts war so wie ich es mir vorgestellt habe. Und auch schlimm ist, dass ich jetzt sehr große Angst vor der nächsten Geburt habe. Dabei wünschen wir uns so sehr mehrere Kinder. Ich habe solche Angst. Was soll ich nur tun? Außerdem denke ich manchmal, dass ich gar keine richtige Mutter bin, weil ich ihn nicht auf die Welt gebracht habe. Alles ist anders als ich es mir vorgstellt habe. Ich wünsche mir so sehr, dass ich irgendwann nicht mehr weine und nicht so oft darüber nachdenke.
Ich wünsche allen hier, dass sie das was sie erlebt haben, verarbeiten können.
Lieben Gruß Silvia
Silvia
Ort: Düsseldorf
» 28.Mai 2016 um 23:56Uhr «
Die Frauenärztin in deren Armen ich hing, war dir einzige die immer wieder gesagt hat:" Sie kann nicht runter, sie hat Wehen." Aber das hatte keine Wirkung. Alles erschien mir sehr lang. Es war furchtbar. Und immer noch redete keiner mit mir. Im Nachhinein erfuhr ich, dass das ganze eine weitere Stunde gedauert hatte. Also über drei Stunden Presswehen. Ich war fertig. Ich merkte aber, dass etwas nicht klappte an meinem Rücken. Dann kam eine weitere Ärztin. Kurz darauf legte man mich hin und bepinselte meinen Bauch. Aber ich merkte alles. Das sagte ich auch. Die Betäubung wirkte nicht. Nach kurzer Wartezeit und immer wieder kneifen hieß es dann Vollnarkose. Aber wieder redete niemand mit mir. Ich war völlig allein. Mein Mann durfte letzten Endes doch nicht mehr rein weil es so in Not war das OP Team. Für meinen Mann war keine Zeit mehr hieß es. Ich hatte so große Angst. Wo ist mein Mann? Was passiert mit mir? Wo wird mein Baby gleich sein? Es war die Hölle. Die Narkose wirkte schnell und als ich aufwachte, sah ich meinen Mann mit unserem kleinen Engel im Arm neben mir sitzen. Es war so schön und furchtbar zu gleich. Da ist er endlich. Unser Baby. So schön. So vollkommen. Aber auch die Frage, wie ist er dahin gekommen? Wie bin ich hierhin gekommen? Was ist hier alles einfach passiert. Ich war so schwach, dass ich ihn kaum selbst halten konnte. Und scharf sehen konnte ich wegen der Narkose auch erst mal nicht. An den Rest des Tages erinnere ich mich kaum. Die Tage danach waren auch alles andere als schön. Ich konnte mich auf Grund der Schmerzen im Bauch so gut wie gar nicht um den kleinen kümmern. Nichts machen, was eine Mutter gerne machen möchte. Ich konnte ihn zwei Tage nicht mal alleine aus seinem Bett holen. Zum Glück war mein Mann immer da. Zu den üblichen Schmerzen hatte ich auch noch Nebenwirkung der Spinalanästhesie. Ich hatte furchtbar schlimme Kopfschmerzen. Schlimmer als Migräne. Dagegen helfen sollten Koffeintabletten und flaches liegen. Aber durch die Tabletten gingen die Schmerzen nicht weg. Zudem konnte ich durch so viel Koffein auch nicht schlafen. Was nach einer Geburt eigentlich angebracht wäre. Und gerade liegen konnte ich auch nicht, da ich kurz vor der Geburt erkältet war und noch starken husten hatte. Das Kopfteil vom Bett war also drei Tage nur oben 24 Stunden. Und das Husten tat natürlich auch im Bauch sehr weh! So ging das einige Tage bis ich am fünften Tag entschloss nach Hause zu gehen. Die Tabletten kann ich auch dort nehmen. Also ich Zuhause war konnte ich erst über alles nachdenken. Die Schmerzen waren nach einer Woche ca weg. Aber jedes Mal, wenn ich an die Geburt dachte musste ich weinen. Mehrmals täglich. Ich sah meinen Sohn an, empfinde so viel Liebe für ihn, aber fragte mich immer was ist nur passiert. Was hat man mit ihm und mir angestellt. Das waren doch keine Menschen. Schlimm finde ich einfach, dass man nicht mehr mit mir geredet hat. Ich fühlte mich als würde ich fallen und keiner fängt mich auf.
Silvia
Ort: Düsseldorf
» 28.Mai 2016 um 23:54Uhr «
Hallo, ich weiß nicht genau, was ich mir von meinem Eintrag hier erhoffe, aber ich habe irgendwie das Bedürfnis, mich mitzuteilen. Meine Schwangerschaft war schon nicht einfach. Verschiedene Faktoren wie ein Berufswechsel, Konflikte mit meinen Eltern und ein Autounfall haben mir schon von Anfang an sorgen beschert. Immer habe ich gehofft, dass es meinem kleinen gut geht trotz Stress. Ich wollte alles richtig machen. Also auch eine natürliche Geburt. Das ist schließlich das gesündeste für ihn. Ich bin ein absoluter Kaiserschnittgegner könnte man sagen. Aber natürlich hatte ich auch ein paar Gedanken in die Richtung, dass wenn es sein muss, dann kann man einen Kaiserschnitt machen. Aber ich hätte nie gedacht, dass es mir passiert. Die Geburt verlief so:
Morgens um vier wachte ich mit Schmerzen auf. Alle paar Minuten kamen diese Schmerzen. Ich weckte meinen Mann und wir fuhren aufgeregt ins Krhs. Jetzt geht es endlich los. Ich konnte es kaum glauben. Zunächst lag er auch noch optimal. Aber im Laufe der Wehen hat er sich wohl noch etwas gedreht. Er lag dann Rücken an Rücken. Was erst einmal nicht so schlimm ist. Um neun Uhr war der Muttermund komplett geöffnet. Die Presswehen begannen. Mein Mann immer unterstützend an meiner Seite. Ich drückte also bei jeder Wehe mit, in der Hoffnung, dass der kleine jetzt raus kommt. Aber es tat sich nichts. Die Hebamme verlangte immer andere Stellungen von mir. Ich hatte solche Schmerzen und drückte und hatte auch bald keine Kraft mehr und dann musste ich noch eine Turnstunde halten. Ich habe sie angefleht mir zu helfen. Er bewegte sich einfach nicht nach unten. Ich wurde immer schwächer. Ich war schon sehr fertig. Denn was ich bis dahin nicht wusste, ich hatte über zwei Stunden die Presswehen aushalten müssen. Eine Ärztin kam. Ich dachte jetzt kommt er. Aber irgendwann kam noch eine Ärztin. Und dann hieß es auf einmal Kaiserschnitt. Ich hatte solche Angst. Mein Mann bekam Kleidung damit er später auch in den OP darf. Von da an hat keiner mehr mit mir gesprochen. Ich wurde aus dem Kreißsaal in den Vorraum des OPs geschoben, auf einen kalten Tisch gelegt und bekam lediglich mit wie man über mich sprach, aber nicht mit mir. Dort hörte ich zum ersten mal das Wort Spinalanästhesie. Diese sollte wohl durchgeführt werden an mir. Ich ließ es zu, da ich nicht mal mehr reden konnte unter den Wehen. Ich saß also auf dieser kalten Platte ohne Kleidung und kam mir vor wie ein Stück irgendwas aber nicht wie ein Mensch. Die Presswehen kamen immer wieder direkt. Ohne Pause. Ich dachte der Kopf meines Kindes landet gleich auf der Platte. Ich hing in den Armen einer Ärztin, während die Anästhesisten anfingen an meinem Rücken eine örtliche Betäubung zu setzten. Danach spürte ich immer wieder so Stromschläge in meinem rechten Bein. Ein andere drückt mit seinem Körper auf meine Schultern damit ich rund bin im Rücken. Aber mit so starken Wehen geht das doch nicht. Das hat er bzw alle dort nicht verstanden.
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