Willkommen auf dem Onlineforum für Kaiserschnittmütter


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Synni
» 20.Juli 2016 um 22:08Uhr «
Liebe Annette!
Ich bin mir ganz sicher, dass auch du irgendwann an dem Punkt stehen wirst, an dem ich stehe und du bist definitiv auf einem guten Weg.
Was mir geholfen hat: ganz klar Zeit, der Wegfall der Stillhormone und neben dem Muttersein wieder zu mir zu finden. Auch rauszukommen. Ich gehe inzwischen wieder arbeiten und der Fokus hat sich einfach klammheimlich verschoben. Das Forum hier war ein Teil des Weges ein ganz toller Begleiter, aber ich "brauche" es nicht mehr. Ich fühle mich hier nur noch zugehörig und versuche Hilfesuchenden zu helfen, ohne das ich diese Hilfe selbst noch benötige.
Annette
Ort: Freiburg
» 20.Juli 2016 um 21:18Uhr «
Liebe Synni,
Deine Worte tun so gut! Ich denke, dass du mit allem Recht hast. Ich weiss mit dem Kopf, dass ich nichts hätte ändern können, mich nicht besser vorbereiten können weil es meine ERSTE Geburt war,aber mein Herz is so traurig wie es gelaufen ist und mehr als einmal hätte das Schicksal eine andere Abzweigung nehmen können und hat es nicht getan! Warum musste mir das passieren? Mir,der sich so sehr und bewusst auf das Ereignis gefreut hat? Die sich wieder und wieder vorgestellt hatte wie toll es sein kann? Ich hätte eine Unterstützung gebaucht - wir hätten eine Unterstützung gebraucht. Die erste Geburt im Alleingang und noch dazu gegen diese Widrigkeiten war unmöglich. Aber es bleibt diese Machtlosigkeit , diese Verkettung von unglücklichen Ereignissen! Ich hänge fest in der Vergangenheit. Und doch sehe ich so oft in die Zukunft und hoffe auf eine zweite Chance! Ich werde mir tatsächlich nochmal eine Liste machen !! Außerdem auch unbedingt nochmal mit meinem Mann sprechen(Ein Langes aber wichtiges Thema) und mein Plan steht schon falls er sich umsetzen lässt- ich habe eine Hebamme mit ganz enger Bindung und eine befreundete sehr, sehr erfahrene Ärztin, die schon seit Jahren für uns Mütter und ihre Geburten kämpft ( sie begleiter sogar Geburten aus Steisslage wenn sie es für möglich hält), die ich bitten werde, dass sie mich begleiten. Ich möchte diese Geburt, die ich mir wünsche und ich möchte dafür kämpfen! Ich glaube derzeit nicht, dass eine erneute SS davon belastet wäre, weil ich mir sicher bin, dass es die gehabten Umstände kein zweites Mal geben wird und es nicht an uns (mir oder meinem Kind) lag, dass es zum KS kam! Wir hätten das beide gekonnt wenn man uns darin unterstützt hätte!!
Das klingt jetzt schon ganz schön gestärkt finde ich!!
Vielleicht muss ich auch gar nicht noch mehr im Vergangenen grübeln; vielleicht hilft einfach auch die Zeit... Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass die Wunde narbenlos heilt; tut sie ja auch äußerlich nicht!
Danke Synnie für deine Abteilnahme, deine ehrlichen Worte und die viele Mühe, die du dir gibst!
Wie hast du es geschafft für dich die Situation besser zu machen? hilft dir dein Engagement in den Foren auch weiterhin ?
Liebe Grüße aus Freiburg Annette
Synni
» 20.Juli 2016 um 20:31Uhr «
Liebe Annette!
Das klingt im ersten Moment nach der Interventionskaskade, die man kennt und eigentlich vermeiden will. Ich habe Ähnliches erlebt, obwohl bei uns echter Zeitdruck bestand, weil ich eine aufsteigende Infektion hatte. Vermutlich auch hausgemacht, weil ich schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt nach Blasensprung direkt in die Klinik bin. Und trotzdem habe ich auch sehr lange Phasen des Alleinseins gehabt, in denen keiner den Stand meiner Geburt abgefragt hat. Vertane Zeit... ich habe auch eeeewig über diese offensichtlich falsch gelaufenen Dinge nachgedacht und mir Vorwürfe ohne Ende gemacht, nicht zuletzt auch meinem Mann, der als Arzt untätig daneben saß. Aber ganz ehrlich, wie willst du dich auf etwas Unbekanntes mit tausend Variationen wie eine Geburt vorbereiten? Das kannst du gar nicht. Und den vollen Umfang einer Geburt kennst du erst, wenn du eine selbst erlebt hast. Genauso wie das Muttersein. Ja, man hatte Vorstellungen, hat Geschichten gehört und doch kannst du es erst so richtig nachvollziehen, wenn du selbst Mutti bist. Sowohl deine Hebamme als auch Ärztin waren jung und sicher noch nicht Mama. Daher erübrigt sich die Frage, ob sie wissen, was sie dir angetan haben. Sie können mitfühlen, aber verstehen werden sie es ( noch) nicht. Du wirst es so hinnehmen müssen wir es ist, mit allem wenn und aber, dass es gibt oder eben nicht und ich würde versuchen, deinen Blick in die Zukunft zu richten. Schau dich nach einer Doula um, auch nach einer Beleghebamme. Beide hätten dir vielleicht mehr Zeit zu Hause ermöglicht, vielleicht einfach, weil sie deinen Mann beruhigt hätten. Lies in Foren, bei denen es um Vbac's geht. Ich mag das Forum hier sehr, aber der Blick liegt auf der Vergangenheit, sprich dem KS. Eine mögliche vaginale Geburt nach Kaiserschnitt ist eine mögliche Zukunftsoption.
Mache dir einen neuen Geburtsplan, auch mit Punkten für deinen Mann. Bearbeite alle Dinge, die du als Fehler siehst und versuche sie so gut es geht, für die Zukunft auszuschließen. Weil das machen wir mit allen anderen "Fehlern" auch, wir können sie nicht ungeschehen machen, aber wir lernen aus ihnen. Und zu guter Letzt ( auch wenn das jetzt esoterisch klingen mag) vielleicht war der KS dir und deinem Sohn vorbestimmt und macht ihn und vorallem dich erst zu dem Menschen, der du jetzt bist. Mir zumindest hat mein KS auch eine gewisse Demut vor den Dingen gelehrt. Geburt bedeutet Hingabe.
Ich drück dich ganz fest.
Synni
Annette
Ort: Freiburg
» 20.Juli 2016 um 16:55Uhr «
(Fortsetzung) ein ungewöhnlicher Geburtsverlauf (wie mir gesagt wurde), junge tendenziell unerfahrenere Hebamme und Ärztin, die ausserdem, und das ist noch viel schlimmer, keine Ahnung über den Stand meiner Geburt und den Verlauf hatten, weil wir die die ganze Geburt über eigentlich allein waren (mein Mann und ich) und nur gelegentlich Besuch bekamen, sowie eine Fehlinterpretation des CTGs!! (Baseline wurde falsch gesetzt und eine Schlafphasen meines Sohnes als eingeengtes Ctg) das bittere für mich: ich bin mit 9cm Muttermundsöffnung , einem schon da wieder total normalisierten CTG! und einem super ausgeruhten Kind in den OP Saal gegangen!
Ich habe auf alle vertraut, die sicher nur das beste wollten aber mir nicht geben konnten was ich gebraucht hätte und aus Unsicherheit, Angst, Stress und zu geringe, Rückgrat lieber einen KS vorzogen- ich würde mir wünschen sie würden wissen welch tiefgreifende Entscheidung sie dabei fällten.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie ich diese Geschichte integrieren kann!!!
Annette
Annette
Ort: Freiburg
» 20.Juli 2016 um 16:44Uhr «
Liebe Synni,
Deine Worte geben mir das Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben mich hier im Forum zu melden. Deine Worte treffen Punkte, die für meine Geschichte so wesentlich sind. Ich bin nicht kopflos und unvorbereitet in die Geburt, wusste um unser medizinisches System und deren Fallstricke. Und ob wohl ich dachte ich bin gerade für diese Situationen gerüstet holt mich genau dieses System mit voller Wucht ein. Ich versuche jetzt mal geordnet meine Geschichte im überschaubaren Rahmen darzustellen: meine Wehen der Eröffnungsphase waren sehr stark (es ging spät abends und nachts los, sodass ich mich mit den Wehen beschäftigen musste, regelmäßig wurden sie gegen 11 Uhr des nächsten Morgen und dann ziemlich schnell sehr heftig, sodass wir um 17 Uhr in die Klinik fuhren). Im Nachhinein weiß ich, dass ich schon da gespürt habe, dass ich gerne noch Zeit zu Haus verbracht hätte aber mein Mann war so unsicher, weil die Wehen so eng und stark waren. Schon m Telefon sagte die Klinik, dass sie eigentlich voll sei, korrigierte sich aber selbst sofort und meinte wir sollten kommen. (Geburtsfreundliche Klinik mit geringer Kaiserschnittrate) der Muttermund war dann bei 1 cm;, wir sollten nochmal nach Hause fahren oder in der Klinik für Station bleiben. mein Mann wollte mit mir nicht nochmal zurück und wieder hin fahren, die Hebamme sah im Verlauf wie heftig meine Wehen waren und meinte wir sollten doch im Kreißsaal bleiben. Es muss heftig für alle ausgesehen haben, ich selbst hatte das Gefühl völlig bei mir und in meiner Geburt zu sein. In jedem Fall fragte die Hebamme nach Schichtwechsel ob die Wehen schon die ganze Zeit so seien und dass ich eine Tokolyse (Wehenblockade) bräuchte weil ich das sonst nicht schaffen würde (sie hat mich nicht gefragt wie es mir geht! Sie hat das im Monolog zu mir kommuniziert während ich mit meinem tatsächlich Wehrnsturm, also Wehen ohne Pause beschäftigt war.) es kam so wie sie wollte. Und das war der Beginn der Wendung. Die Tokolyse hat nichts gebracht außer mich total aus meiner Geburt gerissen und dann wurde mir eine PDA gelegt (da führte jetzt laut allen nichts mehr dran vorbei) und dann war für mich alles vorbei !!! Meine Geburt wurde mir aus meinen Händen genommen, ich spürte noch nicht ml mehr eine einzige Wehe - es fühlte sich schon das an wie eine Vergewaltigung. Ich nahm das alles hin weil ich sicher war dmit wenigstens meine Geburt zu bekommen.nach der PdA in der Nacht wurde dann laut Oberärztin am Morgen (Muttermund bei 7 cm) das CTG schlecht, wobei das CTG schon die ganze Zeit nicht wirklich gut funktionierte; und ganz plötzlich hieß es: ich weiß nicht warum es dem Kind schlecht geht aber sie brauchen einen KS. Ich war wie betäubt. Nach dem KS meinte die Oberärztin noch, dass es ersichtlichen keinen Grund für das CTG und damit den KS gab und das das Kind Topwerte hat (besten Werte die man haben kann, null Stress beim Kind);
Es waren eine Verkettung von dummen Umständen die zum KS führten.
Synni
» 19.Juli 2016 um 10:41Uhr «
Liebe Annette!
Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast. Auch ich hab vor über einem Jahr meine Maus per KS entbunden. Und wir alle hier haben mehr oder weniger das gleiche durch und auch in den Wegen der Verarbeitung treffen wir uns an den ein oder anderen Punkten. Ich denke, das Wichtigste ist: gib dir selbst Zeit. Das ist tatsächlich immer noch das A und O. Und vorallem: du bist eine Mama, die ihr Kind per KS zur Welt gebracht hat, das erst einmal verarbeiten musst und in dem Falle spielt es keine Rolle, ob du Ärztin bist oder nicht. Obwohl ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen kann. Ich bin auch vom Fach und gerade das mir so etwas passieren konnte, ist mir ehrlich gesagt immer noch schleierhaft. Ich wusste über die Risiken von Cyto* tec und trotzdem habe ich schließlich zugestimmt. Warum? Weil ich in dem Moment werdende Mutti war und mich auf mein Umfeld verlassen habe. Und das warst du auch. Ich kenne nicht genau die Umstände deines KS, aber vielleicht hilft es, mal ganz genau die Punkte zu beleuchten, die für dich ein Problem darstellen. Ich habe auch oft gedacht, nur die normale Geburt eines zweiten Kindes kann alles wieder gut machen. Aber was ich noch viel mehr wollte: eine unbelastete zweite SS. Inzwischen bin ich soweit, dass ich einer 2.SS, egal mit welchem Ausgang gelassen entgegenblicken kann. Für mich tritt das wie und wann in den Hintergrund eines gesunden, fröhlichen Kindes. Je mehr dein Sohn sich jetzt entwickelt, desto mehr du mit ihm anfangen kannst, desto weiter weg rückt auch das KS Erlebnis mit all seinen Schrecken.Wie schaut es mit der Unterstützung deines Partners aus? Hast du mal nach Selbsthilfegruppen geschaut. Zwar hast du schon viel unternommen, aber es saß keine von denen mit in unserem Boot als KS- Mami. Und zu guter Letzt:hier auf der Seite gibt es eine Liste mit Therapeuten, die auf KS- Patienten spezialisiert sind. Vielleicht findest du ja noch weitere Unterstützung. Ansonsten tauschen wir uns gerne hier im Forum aus.
Bis hoffentlich bald.
Synni
Annette
Ort: Freiburg
» 18.Juli 2016 um 21:37Uhr «
Hallo,mich bin neu hier. Das hier ist für mich ein Versuch mit meiner Geschichte ein wenig weiter zu kommen. Ich habe meinen Sohn am 20.12.15 per Kaiserschnitt zur Welt gebracht oder sollte ich lieber sagen er wurde mir zur Welt gebracht. Ich habe bereits viel gearbeitet an der tief sitzenden Wunde des Kaiserschnitts (viele Stunden mit Hebamme und befreundeten erfahrenen Ärztin) und habe viel geschrieben, homöopathische Unterstützung gesucht, Baderitusle hinter mich gebracht, und und und.. Der Schmerz über das Geschehene verändert sich zwar aber er wird irgendwie nicht bewältigbar. Es ist nicht wieder gut zu machen was geschehen ist und ich finde keinen Weg dem Schmerz in eine Geschichte zu packen, die zu mir gehört. Vielleicht ist das zum aktuellen Zeitpunkt auch noch sehr ambitioniert. Ich denke oft, dass meine einzige Lösung eine normale Geburt mit einem zweiten Kind sein kann (da wir uns schon vor meiner ersten SS in jedem Fall zwei Kinder wünschten, ist eine erneute SS sehr wahrscheinlich). Zu allem kommt dass ich selbst Ärztin bin und den Druck verspüre, mit meiner Geschichte klar kommen zu müssen. Derzeit überlege ich doch noch therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weiß aber nicht wie ich jemanden geeigneten, der sich mit so einem Thema auskennt finden soll. Liebe Grüße Annette
Kathrin
Ort: Köln
» 14.Juli 2016 um 14:22Uhr «
Liebe Mütter,
ich habe zwei Söhne (5 &fast 2), der letzte ein Kaiserschnitt, der mich noch sehr lange beschäftigt hat. Mit Erlaubnis von Frau Mickolitch darf ich meine Anfrage hier posten. Ich bin nämlich auch Autorin für die WDR Sedung Frau tv und möchte dieses Thema gerne als Beitrag umsetzen - die emotionale Sicht von Müttern auf ihren Kaiserschnitt. Unser Tenor soll sein: Es ist manchmal nicht "nur" ein Kaiserschnitt. Es bewegt die Frauen, mit den unterschiedlichsten Gefühlen. Vielleicht versagt zu haben. Vielleicht ist es auch völlig ok, aber das Umfeld vermittelt etwas anderes. Man muss sich immer erklären, warum es denn ein Kaiserschnitt war und weiß es vielleicht selbst nicht so genau. Wie auch immer. Jede Geschichte ist ganz individuell. Uns ist ganz wichtig zu sagen: Auch ihr seid Heldinnen! Auch ihr habt euer Kind selbst geboren.
Ich suche für diesen Beitrag 2-3 Frauen mit unterschiedlichen Geschichten. Wie lange der Kaiserschnitt her ist, ist ganz egal. Ob geplant, z.B. wg Beckenendlage, oder ungeplant, ganz egal.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen oder erstmal nur neugierig sind, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen. Es ist natürlich völlig unverbindlich, erstmal nur ein Austausch. Ich weiß, wie persönlich und intim dieses Thema ist und möchte niemanden überrumpeln.
Am besten per Mail an: kathrin.schamoni@fm.wdr.de

Vielen Dank & liebe Grüße,
Kathrin
Julia
» 28.Juni 2016 um 10:22Uhr «
Hallo ihr Lieben,

mein Sohn ist fast 2 Jahre alt. Inzwischen bin ich erneut schwanger und so langsam drängt sich der Gedanke auf, dass ich mich mit der zweiten Geburt auseinandersetzen sollte, was mir aber sehr schwer fällt und mir Angst macht.
Ich bin vom Typ eigentlich immer sehr positiv und optimistisch. Leider hat mich das erste Geburtserlebnis so fertig gemacht, dass ich nun richtig Angst vor der zweiten Geburt habe. Trotzdem möchte ich eine spontan Geburt wagen - auch wenn ich nicht weiß, wie es mir mit einem zweiten Not-Kaiserschnitt gehen wird.
Meine erste Schwangerschaft verlief absolut problemlos und ich habe bis zum Mutterschutz voll und gerne gearbeitet. Jetzt ist das anders. Die Gedanken, die kommen, belasten mich sehr, auch wenn ich versuche sie beiseite zu schieben.
Meine erste Geburt war - und damit hatte ich nie im Leben gerechnet: der Horror. Ich kam mir vor wie ein Stück Fleisch im Schlachthaus. Die Ärzte waren so abgebrüht routiniert und das obwohl mein Sohn nach dem Kaiserschnitt auf Apgar 1 (!) (später 4, dann 9) eingestuft wurde und auf der Intensivstation versorgt werden musste. Ich kann mich noch an diese wahnsinnige Angst erinnern, dass mein Sohn tot ist, weil mir keiner im Aufwachraum sagen konnte, was mit ihm ist und ich erst zwei Stunden später (!) zu ihm gebracht wurde. (Da es ihm so schlecht ging, hatte er auch nach dem Eingriff nicht geschrien. Und ich habe nur aus dem Augenwinkel beobachtet, wie ihn die Hebamme leblos und blau raustrug). Eigentlich grenzt es immer noch an ein Wunder, dass er heute kerngesund ist und ich weiß, dass ich dieser "Technik" dankbar sein sollte, weil er sonst vielleicht nicht überlebt hätte oder nur mit Beeinträchtigungen. Aber diese Angst und das Gefühl versagt zu haben, betäuben jedes Gefühl der Dankbarkeit.
Ich bin so froh, dass ich diesmal eine Beleghebamme habe und hoffe sehr, dass sie mich und meinen Freund (der sich auch total allein gelassen gefühlt hat!) seelisch unterstützen kann.
Vielleicht bräuchte ich auch therapeutische Unterstützung, aber ich finde es wahnsinnig schwer das alles (Beruf, Familie, Schwangerschaft,...) unter einen Hut zu bekommen.

Ich wünsche euch allen, dass ihr viel Unterstützung und Verständnis von eurem Umfeld erfahrt ... ich bin gerade dabei zu lernen dies mehr einzufordern ... nicht ganz leicht, ich weiß ...

alles Gute! J.
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Julia,
herzlichen Glückwunsch zu Ihrer erneuten Schwangerschaft, wie schön! Ja, die Geburt Ihres Sohnes war äußerst dramatisch, es ging wirklich um Leben und Tod. Wie Sie sagen, ist es ein Wunder, dass und wie Kinder zur Welt kommen. Es erfordert viel Demut und Dankbarkeit, um dieses Wunder annähernd erfassen zu können. Bei Ihnen ist der Schock über das Trauma der ersten Geburt so tief, dass es alles andere überlagert. Ich meine zu spüren, dass gerade die Erfahrung mit der hauchdünnen Schwelle zwischen Leben und Tod, die Sie und Ihre Familie im OP gemacht haben, noch integriert werden möchte. Die Unterstützung, die Sie sich von außen erhoffen, wird mit mehr Selbstverständlichkeit kommen, wenn Sie es sich innerlich erlauben, weil Sie es wert sind. Sie müssen dieses Riesenpaket aus Beruf, Familie, Schwangerschaft nicht alleine tragen. Eine erfahrene Therapeutin oder Psychologin kann Ihnen helfen, Ihr Vertrauen in sich und die Welt wieder zu festigen. Um dann in diesem Gefühl Ihr zweites Kind zu umarmen. Das wünsche ich Ihnen von Herzen, liebe Julia!
Claudia
» 28.Juni 2016 um 02:08Uhr «
Hallo Melli,

ich fühle absolut mit dir! Mir ging und geht es ganz genauso. Mein Kaiserschnitt ist jetzt knapp 17 Monate her und auch bei mir werden die Gedanken, die du beschreibst, immer mächtiger. Als ich deinen Bericht gelesen habe, musste ich weinen, weil er meiner eigenen Geschichte so ähnlich ist. Es ist unfassbar, was in Geburtskliniken mit uns Frauen gemacht wird! Es ist, als würden wir gezwungen unsere Menschenwürde und unser Selbstbestimmungsrecht an der Kliniktür abzugeben. Da muss sich etwas ändern! Hättest du evtl. Interesse an einem persönlichen, zumindest telefonischen Austausch?
Kommentar von Flavie Singirankabo, Forumbetreuung: Liebe Claudia,
Ihre Entrüstung kann ich sehr gut nachfühlen und möchte Sie einladen, sich mit den anderen Müttern auszutauschen. Es gibt einfühlsame, ganzheitlich orientierte Kliniken, Geburtshäuser und Geburtsteams, denen das Wohlbefinden von Mutter und Kind sehr am Herzen liegt. Sicher auch bei Ihnen in der Nähe… Einen sonnigen Gruß in Ihren Tag!
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